TeamStreaming – Was verbindet Tanz, Golf und Team?

Tanzen? Golfen? Wirtschaftswelt? Teamausrichtung? Gibt es überhaupt Gemeinsamkeiten, welche diese Themen überhaupt verbinden können?! Die Antwort dazu finden Sie hier. Lassen Sie sich überraschen…

Modern Dance und Tanzkunst

Am Laban Event 2017 auf dem Monte Verità galt es, das «Sonnenfest» (Sun Festival) von 1917 zu rekonstruieren und interpretieren. Unsere Gruppe konzentrierte sich auf «Die Siegende Sonne»: 100 Jahre nach dem ersten Sonnenfest tanzten wir erneut für Frieden, Freude und ein neues Miteinander nach eigenverantwortlichen wie selbstorganisierten und dennoch ganz klar ausgerichteten Prinzipien. Der Zufall wollte, dass der Zeitpunkt sich mit den Geschehnisse in Spanien (Barcelona, Alcanar und Camril) traf.

Wer noch nie Rudolf von Laban und sein Werk kennengelernt hat, weiss noch nicht, dass Betriebswirtschaftslehre, Psychologie, Reteaming und Tanzkunst viel mehr Gemeinsamkeiten haben, als man erwarten würde. Ich habe die Gemeinsamkeiten zwischen 2010 und 2017 nicht nur festgestellt, sondern auch erlebt.

Einige darunter

  • Der Choreograph dient als «Facilitator» der Transformation von Vision und Ziel in effektive Performance, genau wie Facilitator und Vorgesetzte bei TeamStreaming die Teilnehmenden von der globalen Vision bis hin zur Umsetzung auf individueller Ebene begleiten.
  • Eigenverantwortung und Selbstorganisation in der Definitions- und Umsetzungsphase der Choreographie entsprechen den Grundlagen der Performance und des Ergebnisses genau so wie in der Zielerreichung des Teams
    In unserem Fall durfte auch der Musiker, seine eigenen gestalterischen Impulse folgen, so bildeten schliesslich Tänzer und Musiker eine Einheit, welche sich auf eine natürliche Art und Weise koordinierte. Dies erfolgte, ohne eine Notation oder Partitur zu folgen, ohne auswendig zu lernen und in knappen sechs Stunden Probezeit, in welcher immer wieder die einmalige individuelle Leistung und Gestaltung die Hauptrolle spielten. Bei TeamStreaming stimmt sich die Gruppe ebenfalls auf eine solche natürliche Art und Weise ab. Der Workshop-Prozess bietet nur einen sicheren und konstruktiven Rahmen dafür und kanalisiert die Beiträge der einzelnen Mitglieder.
  • Die klare Vision und Ausrichtung der Beteiligten leiten die Leistung der Tänzer und das entstehen der Choreographie an.
    So brauchten wir als Tänzerinnen, uns nur auf die Vision und die Zielsetzung der Choreographinnen einzustimmen, um die finale Performance am 20. August 2017 entstehen zu lassen und aufführen zu können. Dabei wurden uns Vision und Zielsetzung sowohl sachlich als auch emotional mitgeteilt. Genau dies passiert auch in TeamStreaming: Die Teilnehmende stimmen sich in der Anfangsphase auf Vision und Zielsetzung des Unternehmens ein. In der (Mit)Teilungsphase am Anfang des TeamStreaming-Prozesses teilt der Vorgesetzte genau diese Informationen und Emotionen mit seinem Team. Auf dieser Grundlage entsteht dann alles übrige und im Endeffekt das Ergebnis im Arbeitsalltag.
  • Ein kooperatives und zielorientiertes Miteinander ergibt eine Kokreation – sprich eine gemeinsam entwickelte Choreographie -, die zwar im Respekt der individuellen Authentizität und doch als abgestimte Einheit entsteht.
    In TeamStreaming geschieht das Gleiche: Jede(r) darf seine Authentizität behalten und seine entsprechenden Stärken im Dienste der Zielerreichung einbringen. Daraus entsteht ein einheitlich geteiltes Verständnis über Teamziel und -zweck und eine Einheit, die mehr als die Summe seiner Teile ist. Das Teamziel und das Teamzweck werden dabei vor allem auf individueller Ebene verankert. Damit tritt das Team quasi selbstverständlich und glaubwürdig als Einheit auf.
  • Jede Tänzerin ist angewiesen, ihre eigene Fähigkeiten und Grundlagen zu kennen und stets daraus hinauszuwachsen. In TeamStreaming werden auf die gleiche Art und Weise die Unternehmensinstrumenten integriert, um die Effizienz des Prozesses zu steigern, und nicht nur die vorhandenen, sondern auch die schlummernden Unternehmens-, Team- und individuellen Ressourcen berücksichtigt und in Sinne der Zielerreichung herangezogen.
  • Der Ikosaeder dient als Grundstruktur der Bewegung, dort wo TeamStreaming Stafford Beers‘ Hinweis auf den Ikosaeder zur Wissensvernetzung integriert.
  • Die Rekonstruktion und Neuinterpretation des Sonnenfestes nutzte auch fraktale Prinzipien und Prinzipien der Schwarmorganisation.
    Wir haben insgesamt in drei Gruppen drei verschiedene und aufeinander abgestimmte Choreographien kreiert. Die Gruppen und die entsprechenden «Choreographierenden» arbeiteten in vollkommen abgetrennten Umgebungen und ohne jegliche direkte oder bewusste Abstimmungsmöglichkeit. Trotzdem merkte das Publikum während der verschiedenen Aufführungen die vielen Überlappungen und gemeinsamen Elementen, die drei unterschiedlichen Arbeiten, drei verschiedenen Gruppen mit drei verschiedenen Gruppenzusammensetzungen verbinden und vereinheitlichen konnten. Bei TeamStreaming sind die fraktalen Prinzipien in der Skalierbarkeit integriert. Die Prinzipien der Schwarmorganisation sind zwar nicht ausdrücklich bewusst integriert, ergeben sich jedoch in der Phase der angeleiteten Implementierung am Arbeitsplatz in den 6-8 Wochen zwischen dem ersten und dem zweiten Tag. Wie die Erfahrung und Auswertung vergangener Workshops zeigten, passen die Teilnehmenden ihre geheimgehaltenen individuellen Beiträge im Arbeitsalltag unbewusst an, indem sie sich untereinander unbewusst abstimmen. Dies wird möglich, weil sich die Teilnehmenden bereits seit den ersten Minuten des Workshops aufs gleiche globale Ziel einstimmen und dazu klar und bewusst bekennen. In den weiteren Workshopphasen wird dieses Bekenntnis – diesen «individuellen Gruppenvertrag» – immer wieder hinterfragt, diskutiert, wiederholt und dadurch konsolidiert. Dadurch entsteht ein Verankerungsprozess, welcher bis im Unbewussten reicht und entsprechend die spätere spontane Koordination sicherstellt.

Diese Aspekte fliessen in TeamStreaming hinein, zwar aus anderen Grundüberlegungen und mit einer anderen Endzielsetzung, aber dennoch mit einem klaren Hauptziel im Hintergrund: Die Ergebnisserreichung im Sinne des Unternehmens – unter Berücksichtigung der vernetzen, selbstorganisierten und zielorientierten Leistung einer Arbeitsgruppe von Individuen, unabhängig davon ob diese Einzelkämpfer oder Teamplayer sind.

Hier finden Sie die Videos als Kurzauschnitt und in der vollständigen Version.

Golf, Technik und Natur

Viele meiner Gesprächspartner staunen, wenn sie über meine kürzlich entdeckte Leidenschaft für Golf erzähle: Golf ist leider durch das Bild der Top-Managers geprägt, welche Wirtschafts- und Unternehmensentscheide auf dem Golfplatz treffen. Persönlich haben mich meine eigene Neugier und weitere zwei Fragen zum Golf geführt: 1) Welche Fähigkeiten fördert man mit Golf und 2) was braucht man als Spieler für einen tollen Schlag ausser der richtigen Technik?

Die Antworten fand ich relativ schnell und das Fazit ist sehr einfach: Die Spieler – besonders, wenn sie im Management tätig sind, trainieren auf dem Golfplatz für ihren beruflichen Alltag.

  • Auf dem Golfplatz ist man auf sich, seinem Instrumentarium und seinen Fähigkeiten allein gestellt, obwohl man im Flight spielt.
  • Um gut spielen zu können, braucht man Konzentration an der Schnittstelle zwischen Spannung und Entspannung, Wissen über den eigenen Schlag, über die eigene Ausrüstung; eine feine Beobachtungsfähigkeit hinsichtlich Wetterlage und Bodenbeschaffenheit. Man braucht auch eine strategische Ausrichtung, einen Plan, aber doch auch höchste Flexibilität für ein erfolgreiches «Krisenmanagement» im Falle der Fälle.
  • Man braucht absolute emotionale Ausgeglichenheit: Nur und gerade dann bekommt man den Ball zu diesem schönen und perfekten Flug durch die Luft hin zum Ziel
  • Das Ergebnis hängt von der Leistung  jedes Einzelnen, aber ob das Spiel im Flight angenehm wird, hängt es vom Zusammenwirken aller Beteiligten.

All diese Aspekte fliessen in TeamStreaming ebenfalls ein:

  • Jeder Teilnehmende muss sich seine eigene Fähigkeiten und seinem Wissen bewusst sein. Dazu geben ihm auch die anderen Teilnehmenden entsprechende Rückmeldungen dazu, um seinen Beitrag noch konkreter und gezielter zu gestalten.
  • Die strategische Ausrichtung wird am Anfang des Prozesses zum Teil vorgegeben, zum Teil gemeinsam definiert
  • Die erforderliche Flexibilität für die Umsetzungsphase wird bewusst mit Krisenmanagement-Plänen gekoppelt
  • Negative Emotionen werden  gezielt «versachtlicht» und in konstruktive Emotionen verwandelt. Ziel ist es eine emotionale Ausgeglichenheit zu erreichen, welche die Leistungserbringung fördert.
  • Das Ergebnis entsteht aus der abgestimmten individuellen Leistung: Keiner muss seine Persönlichkeit entwickeln oder ändern, es reicht, wenn die individuelle Leistung mit der Leistung der anderen hin zum «Einlochen» – sprich hin zur Zielerreichung klar ausgerichtet und abgestimmt ist.

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«Effizientere Teams bedeuten langfristig auch tiefere Kosten – ein hochaktueller Ansatz!»

Hans Däpp, Unternehmer, März 2015

«Ein integratives Modell mit Emotionen als zentralem Motor – das verspricht Erfolg.»

Prof. Dr. med. em. Dr. h.c. Luc Ciompi, Affektlogik, Oktober 2015

«Leadership im HR heute und morgen: Ein Anlass ganz anderer Art! Ich bin begeistert, inspiriert und erfüllt von guten Gesprächen. Ich wünsche Kristina Casali weiterhin viel Spass und Erfolg damit.»

Rolf Burren, Geschäftsführer, Burren Management GmbH, November 2016